keinen kopf für kreative Ideen?

Ich zerbreche mir ihren kopf.

Wenn es um Druckprodukte geht, verstehen die meisten von Ihnen höchstwahrscheinlich nichts mehr.

Hier möchte ich ein paar wesentliche Grundlagen in Schrift und Bild für Laien verständlicher machen. Grundsätzlich nehme ich Ihnen gern so viel vom "Fachchinesisch" ab wie es geht, aber es soll ja noch immer ein paar Leute geben die es selbst versuchen möchten :-) oder zumindest verstehen wollen, was so nötig ist, bis im Briefkasten das fertige Druckprodukt liegt. Da ich meine Ausbildung in einer Druckerei absolviert habe ist das für mich natürlich nichts neues.

 

Falzarten von Druckprodukten

Man kann natürlich ein Blatt einfach mittig knicken - in den seltensten Fällen reicht das aber, um eine Firmenpräsentation mit Bildern und Texten unterzubringen (es sei denn, man möchte nur neugierig machen, damit der potenzielle Kunde die Details auf der Website liest).

Der Wickelfalz und der Zickzackfalz (auch Leporellofalz genannt) gehören zu den am häufigsten verwendeten Falzarten:

 

Etwas ungebräuchlicher ist der Kreuzbruchfalz für Werbefolder:

 

Proof - So soll es aussehen

Jeder Druck ohne Proof ist ein Schuss ins Blaue. So, wie die Farben am Monitor aussehen (der mit dem RGB-Farbraum arbeitet - gedruckt wird im CMYK-Farbraum), werden sie nicht auf den Papier aussehen. Es gibt verschiedene Sorten von Proofs: Das eine ist ein reines Standproof, aus dem Sie z.B. ersehen können, wie das Endprodukt fertig gefaltet aussehen wird. Es wird jedoch nicht auf ähnlichem Papier oder farbverbindlich gedruckt. Variante zwei ist das farbverbindliche Proof, welches auf ähnlichem Papier und mit über 90% Annäherung an das farbliche Endergebnis gedruckt wird. Daran kann sich der Drucker orientieren, wenn er an die richtige Druckmaschine geht.

Was bedeutet 4-Farb-Druck?

Zugegeben, die Begrifflichkeit klingt missverständlich. Immer wieder fragen mich Kunden, ob sie sich dann zwischen 4 Farben entscheiden müssen. Nein, dies heißt nur so, weil für den Druck (z.B. Offsetdruck) die Druckfarben aus den 4 Farben (4 Colors, daher das C) Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz gemischt werden. Und dann ist es wie im Tuschkasten: Etwas mehr hiervon, etwas mehr davon, und schon hat man eine riesige Palette an Farbnuancen. Pro Farbe erstellt der Drucker 1 Druckplatte, und in der Druckmaschine werden diese dann nacheinander auf das Papier abgedruckt. Daraus resultiert die Logik, dass man etwas in schwarz-weiß günstiger drucken kann (da nur 1 Druckplatte erstellt werden muss) - Zeitungen lassen sich entsprechend Farbanzeigen gern teurer bezahlen, weil alle 4 Druckplatten für z.B. nur Ihre Anzeige auf der Seite erstellt werden müssen. Interessanterweise ist es trotz weniger Druckplatten beim Druck mit Sonderfarben teurer :-) Dazu mehr im nächsten Punkt.

Schauen wir uns dieses Beispielbild an. So wie ganz oben sehen Sie es am Monitor normalerweise. Eigentlich erfolgt die Darstellung aber nur so, weil das Bild aus drei Farbkanälen von Lichtfarben zusammengesetzt ist, die übereinander liegen (Rot, Grün und Blau, kurz RGB):

RGB

 

Das RGB-System wird nur für die digitale Darstellung am Monitor verwendet, sowie in manchen Druckern für den heimischen Gebrauch. Hier spielt die Farbwiedergabe eine nicht so große Rolle. Interessanterweise kann man im RGB-Farbraum mehr Farben mischen, als mit CMYK:

CMYK

Das Bild sieht hier am Monitor genau so aus, wie oben in RGB (da logischerweise beide Bilder hier am Monitor/Display in RGB dargestellt werden). Die Zusammensetzung des Endbildes im Druck ist jedoch eine andere. Hier wird aus 4 Farben gemischt. Für jede Farbe wird eine Druckplatte erstellt, und die Farben werden (jede in einem etwas anderen Rasterwinkel) nacheinander übereinander gedruckt, das sieht dann so aus:

Farbzusammenfassung

Hier noch ein Video dazu, wie das Offset-Druckverfahren funktioniert:

 

 

HKS, RAL, Pantone - Sonderfarben für mehr Sicherheit

Sicherlich kennen Sie diese bunten Farbkarten aus dem Baumarkt, wo man sich seine zukünftige Wandfarbe aussuchen kann. Auch für den Druck gibt es solch genormte Farbkarten. Im Druckprozess kommen sie zum Einsatz, wenn man farbliche Sicherheit wünscht, denn im Gegensatz zum 4-Farb-Druck entsteht die Mischfarbe nicht erst im Druckprozess, sondern der fertig gemischte Farbton kommt fertig im Eimer in der Druckerei an. Es gibt Musterfarbfächer für die verschiedensten Papiersorten, glänzend, matt oder Zeitungspapier. So kann man das Druckeebnis vorab gut einschätzen, auch ohne Proof. Da jedoch der 4-Farb-Druck Standard ist, ggf. noch mit Glanzlack in einem 5. Farbwerk der Druckmaschine, kann ein Druck mit Sonderfarben teurer werden. Schließlich muss der Drucker erstmal alle Standardfarben aus der Maschine putzen, dann extra für Ihren Auftrag z.B. 2 Sonderfarben reinkippen und dann nach dem Druck alles wieder putzen für den nächsten 4C-Auftrag.

Es besteht auch die Möglichkeit, den 4-Farb-Druck mit Sonderfarben zu kombinieren, zum Beispiel ein bunter Flyer mit Gold oder Silber als Zusatzfarbe. Glanzlack gilt auch als "Zusatzfarbe", auch wenn er transparent ist.

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